So geht das Gute nachhaltige Leben

Tom Albrecht: So geht das gute nachhaltige Leben. Installation, 2023, Berlin, Sprache fünf Min., Audioplayer, duftende regionale Blumen, LED-Spot
Tom Albrecht: So geht das gute nachhaltige Leben. Installation, 2023, Berlin, Sprache fünf Min., Audioplayer, duftende regionale Blumen, LED-Spot

So geht das Gute nachhaltige Leben

Text gesprochen von Tom Albrecht (5 Min.)

Sozial

Die Demokratie hat Bürgerräte, Bürgerinitiativen. Man wählt demokratische Parteien.

Die Menschen bezahlen bar und digital.

Der westliche Lebensstil achtet die planetaren Grenzen.

Die Arbeit dient mehr selbst Hergestelltem, Repariertem, zwingt weniger zum Geld verdienen

Die Menschen haben Zeit für Arbeit und Sorgearbeit im nicht-formellen System wie Familie, Beziehung.

Die Menschen pflegen Zeit- und Beziehungswohlstand.

Durch Bildung wird Selbsthilfe gefördert, Handwerk ist aufgewertet gegenüber Studium

Die Medizin richtet sich auf Qualität des Lebensstils.

Die Künstler:innen erhalten eine Sicherung für ihre soziale Teilhabe.

Das Internet ist datensparsam und wird mit grünem Strom betrieben.

Ökologie

Der Wald ist umgebaut, artenreich, klimagerecht. Die Forstwirtschaft dient der CO₂-Senke. Das entnommene Holz speichert CO₂ in Gebäuden.

Die Landwirtschaft ist enkeltauglich, baut Bodenleben und Nährhumus auf, CO₂ wird im Boden gespeichert.

Die Moore sind wieder vernässt.

Man ernährt sich biologisch, vollwertig, ballaststoffreich, vegetarisch oder vegan. Fleisch Essende essen nur Sonntagsbraten. Übrig gebliebenes Essen wird „gerettet“.

Die verbaute Landschaft ist entsiegelt.

Die Ackerflächen sind als Lebensgrundlage der Spekulation entzogen.

Das Artensterben ist gestoppt. Die Arten werden erhalten.

Der Garten ist artenreich, hat Wiese statt Rasen, dient der selbst Versorgung.

Das Land ist gegenüber der Stadt aufgewertet.

Die Bäche sind renaturiert

Das Regenwasser wird versickert, statt abgeleitet, gespeichert und wieder verwendet.

Das Abwasser ist von Regenwasser getrennt, seine Wärme zurückgewonnen.

Die Toilette ist, wo möglich, eine Komposttoilette. Wertstoffe im Klärschlamm werden recycelt.

Das Grauwasser und seine Wärme aus Dusche und Küche werden recycelt und wieder verwendet.

Wirtschaft

Die Weltwirtschaft ist wirtschaftlich selektiv de globalisiert. (Hartmut Rosa)

Degrowth oder Postwachstum wurde in Deutschland um die Perspektive für klimafreundliches globales Wachstum erweitert.

Das Lieferkettengesetz zeigt Transparenz von der Quelle bis zu Verbraucher:innen.

Die Güter sind langlebig, reparierbar, modernisierbar, werden mit Gemeinschaft geteilt.

Der Abfall wird vermieden, Wertstoffe werden im Kreis geführt, Verpackung wird vermieden.

Es werden weniger Mode- und Statusartikel konsumiert. Kleidung ist langlebiger, recycel- oder wiederverwendbarer.

Die Energiewende ist abgeschlossen. Die Quellen sind regenerativ statt fossil und atomar, dezentraler. Der Verbrauch ist sparsamer. Das Rennen gegen die Zeit „Klimaneutral werden“, ist gewonnen.

Der Verkehr geschieht zu Fuß, mit Rad, mit ÖPNV. KFZ werden geteilt genutzt.

Das Reisen beachtet den Ressourcenverbrauch. Das Fliegen geschieht mit grünem Kraftstoff.  Das Kreuzfahren ist beendet oder wird regenerativ betrieben, der Abfall dabei vermieden.

Das Urban Mining liefert Rohstoffe, statt sie zu importieren.

Es wird CO₂ sparsam gebaut, der Baustoff Holz ist CO₂-Speicher. Der Gebäudebestand wird klimagerecht modernisiert, statt abgerissen.

Die Gebäude sind Null- oder Niedrigenergiehäuser, haben Solaranlagen auf Dächern, an Fassaden. Solaranlagen stehen an Autobahnen, auf Äckern über Feldern.

Das Wohnen geschieht auf weniger Fläche.

Die Stadt ist klimagerecht, grün, Dächer und Fassaden sind begrünt.

Die Stadtbäume sind diversifiziert, standort- und klimagerecht, haben Kronenschluss

Das Beleuchten geschieht mit LED, da wo man sich aufhält oder es sozial nötig ist.

Die Lichtverschmutzung des Himmels ist beendet, alle Sterne sind wieder sichtbar.

Berlin, Mai 2023

Dafür braucht es einen großen ökologischen Handabdruck und kleinen ökologischen Fußabdruck.

Das Licht brennt

Das Licht brennt. 2022, Berlin. Installation, 8 RGB-LED-Scheinwerfer, Kleincomputer, DMX-Funk-Steuerung, Dämmerungsschalter
Das Licht brennt. 2022, Berlin. Installation, 8 RGB-LED-Scheinwerfer, Kleincomputer, DMX-Funk-Steuerung, Dämmerungsschalter

In den Schaufenstern der WerkStadt Berlin leuchten LED-Scheinwerfer nach einer geheimnisvollen Choreografie jeweils für eine Viertelstunde zu wechselnden Tageszeiten. „Das Licht brennt!“ ist ein Ausruf, mit der Mahnung, in einem ungenutzten Raum das elektrische Licht zu löschen. Weihnachten ist das Fest des Lichtes, das zunehmend getrübt ist durch das Bemühen fossile Energie und teuren Strom zu sparen. Die Installation feiert und spart zugleich mit Licht.

Oh Tannenbaum

Oh Tannenbaum. Berlin, 2022. Braune Nordmanntanne von 2021, Ständer, 12 Spielzeugautos vom Flohmarkt / 1,10 x 0,95 m
Oh Tannenbaum. Berlin, 2022. Braune Nordmanntanne von 2021, Ständer, 12 Spielzeugautos vom Flohmarkt / 1,10 x 0,95 m

Eine im Schaufenster aufgestellte vertrocknete Tanne mit braunen Nadeln ist behängt mit 12 Modellautos. In unseren Wäldern sterben Bäume an Trockenheit verursacht durch die Klimakrise. Gleichzeitig hängen viele Menschen an ihrem gewohnten Lebensstil, zudem das Auto selbstverständlich dazu gehört. Die Autos am Baum stehen für die alljährliche verschwenderische Fülle an Geschenken, die fossile Ressourcen verbrauchen, deren CO2-Produkt unsere Lebensgrundlagen zerstört. Das traditionelle Weihnachtslied „O Tannenbaum“ heisst nun „Oh Tannenbaum“

Tom Albrecht in Ausstellung Klimakipppunkte

Tom Albrecht bei Klimakipppunkte

Klimakipppunkte 2022

KLIMAKIPPPUNKTE – Ausstellung in Galerie VBK
28.05. – 19.06.2022, Di.-Fr. 15-9 Uhr, Sa.-So. 14-18 Uhr.
Tom Albrecht ist anwesend Di. 31.5. und Fr. 17.6. 15-19 Uhr.

Eröffnung: Freitag 27.05.2022, 19 Uhr
Galerie Verein Berliner Künstler
Schöneberger Ufer 57, 10785 Berlin
vbk-art.de

Tom Albrecht zeigt seine  Installation “Sensor” und sein Objekt “Transformation”.

"Transformation" Haben wir bisher die gesammelte Energie von dem Planet Erde genommen und ein existentielles Problem verursacht, müssen wir sie jetzt direkt von der Sonne gewinnen. Das bedarf unserer sozialen, ökonomischen und technischen Transformation.Tom Albrecht bei Klimakipppunkte
“Transformation” Haben wir bisher die gesammelte Energie von dem Planet Erde genommen und ein existentielles Problem verursacht, müssen wir sie jetzt direkt von der Sonne gewinnen. Das bedarf unserer sozialen, ökonomischen und technischen Transformation.
"Sensor" erfasst die Luftbelastung und meldet sie an ein weltweites Bürgernetzwerk Tom Albrecht bei Klimakipppunkte
“Sensor” erfasst aussen die Luftbelastung und meldet sie an ein weltweites Bürgernetzwerk und zeigt sie innen.

Teilnehmende Künstler*innen:
Tom Albrecht, Conrad Brockstedt, Barbara Czarnojahn, Lupe Godoy, Rosika Janko-Glage, Maria Korporal, Lina Schobel + Paul Reßl, Andrea Streit + Nancy Happ, Burchard Vossmann, Helga Wagner

Dinos, Aliens und Elektroschrott
Wenn Dinosaurier auf Außerirdische und Tüten voller Abfall treffen, dann kann es eigentlich nur um ein Thema gehen: die Klimakrise.
Das Phänomen durchdringt alle Bereiche unseres Lebens. Ohne konsequentes und entschiedenes Gegensteuerern laufen alle Veränderungen auf einen kritischen Punkt zu – den „Tipping-Point“, zu Deutsch Kipppunkt. Ab diesem Punkt lassen sich die Faktoren nicht mehr beeinflussen, das System verselbständigt sich.
So heißt die neue Ausstellung im VBK auch „Klimakipppunkte“. Er präsentiert Werke, die im Rahmen eines Wettbewerbs entstanden sind.
Die Idee dazu hatte VBK-Mitglied Andrea Streit. Ausgewählt wurden am Ende 10 Künstlerinnen und Künstler, die in den eingereichten Werken völlig unterschiedliche Aspekte des Themas fokussieren.
Die Kunstschaffenden beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit Ursachen und mit Auswirkungen des Klimawandels. Die Ausdrucksformen reichen von Malerei, Collage, Video, Objekt und Installation bis hin zur Konzeptkunst.
Der Ergebnis ist eine sehr vielschichtige Ausstellung zu einem virulenten Thema – spannend, diskussionsanregend und unterhaltsam zugleich.

Das Projekt KLIMAKIPPPUNKTE auf Facebook:
www.facebook.com/groups/klimakipppunkte/

 

Sein-Haben-Raum

Sein-Haben-Raum, 2014, Berlin GG3, Aktion mit Gästen, Zwei mal zwei Stühle, Schild, Buch
Sein-Haben-Raum, 2014, Berlin GG3, Aktion mit Gästen, Zwei mal zwei Stühle, Schild, Buch

Anleitung

Sein-Haben-Raum

Sie können:

  • hineingehen,
  • sich drei Minuten auf einen Stuhl-„Sein“ setzen, die Augen schließen und sich selbst dabei zuschauen, was Sie sehen,
  • sich drei Minuten auf einen Stuhl „Haben“ setzen, die Augen schließen und sich selbst dabei zuschauen, was Sie sehen und
  • das Gesehene im Gästebuch anonym notieren.

Being-Having-Room

  • You can go in,

  • sit three minutes on a chair “being”, close your eyes and watch yourself, what you see,

  • sit three minutes on a chair “having”, close your eyes and watch yourself, what you see and

  • may note what you have seen anonymously in the guestbook.

Ergebnis

Anonym 1, Sein-Haben-Raum, 2014, Berlin GG3
Anonym 1, Sein-Haben-Raum, 2014, Berlin GG3
Julia
Julia
Anonym2
Anonym2
Anonym3
Anonym3

 

Global Stack

2015, Storkow (Mark), 170 x 110 x 110 cm, Holzbalken,
2015, Storkow (Mark), 170 x 110 x 110 cm, Holzbalken,

Reste vom Bau, durch Schicksal lange Jahre der Feuchte ausgesetzt, gelagert, gerottet, entdeckt, geschätzt, geschnitten und zum Global Stack gestapelt.

Die Sicht auf ihn verbindet innen und aussen, Neugier und Interesse. Es ist der Blick auf das Fremde, was anziehen kann.

Eine verbindende Aktion mit http://www.globalstacks.de/de/index.html

Mounted wooden beams, different, remains from construction, exposed to humidity by fate many years, decomposeddiscovered, valued, cut and stacked for Global Stack.
The view of him connects inside and outside, curiosity and interest. It is the view 
to strangeness, which can attract.

Wandzeichen

Wandzeichen, 2015, Storkow (M), Spachtelmasse, Farbe, 2,75 x 1,35 m
Wandzeichen, 2015, Storkow (M), Spachtelmasse, Farbe, 2,75 x 1,35 m